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A propos Pressefreiheit – DIE WELT

Seit dem Nationalfeiertag des 3. Oktober, ca. 12 Uhr, fehlt dort dieser Leserbrief

Das vereinte Deutschland sei “deutscher” geworden. So präsentiert DIE WELT (Online) am Nationalfeiertag des 3. Oktober in der Überschrift Thomas de Maizières Meinung im Interview. Tatsächlich hatte der Bundesinnenminister gesagt, Deutschland sei “europäischer und deutscher” geworden. Den Leserbrief dieses Autors hierzu entfernte die WELT-Redaktion um ca. 12 Uhr. Vermutlich wegen Nichtgefallens. Hier ist er: `Das vereinte Deutschland ist “europäischer” und deutscher geworden. Das ist für unser weiteres – deutsches – Schicksal der wichtigste Satz in diesem Interview. Schade, dass der WELT-Redaktion dazu keine einzige Frage an den Minister einfiel…

 

Peinlich, aber kaum überraschend. Sobald es um Europas – uns allen allein noch lebenswerte – Zukunft im vereinten Staatenverband geht, tümelt Ihr Blick vom Wesentlichen ins nationale Tralala.

Wie weltfremd das ist, zeigt ein simples Beispiel. Wir Deutsche – und ich bleibe stolz, ein Deutscher zu sein – haben seit Langem den bisweilen gar missionarischen Drang, diese Welt zu “bessern”. Viele stört das im engeren und weiteren Umfeld. Was man verstehen kann beim Blick auf die Geschichte.

Und viel geworden ist daraus selten.

Heute bietet uns die EU eine niemals zuvor gewährte Chance: Sobald wir für eine deutsche Initiative eine europäische Mehrheit überzeugt, das Projekt entsprechend ausformuliert haben – am besten gemeinsam mit unseren Freunden Frankreich und Polen, können wir unseren Beitrag zu einer besseren Welt endlich mit Erfolg leisten: Denn eine starke EU als regionale Grossmacht besitzt hierzu viele Durchsetzungsmöglichkeiten.
Mit der Angst vor den Deutschen ist es zuende

Als 1942 Deutschlands damalige Fahne sichtbar an der Stange hing – vom Nordkap bis kurz vor Kairo, zwischen Pyrenäen und Kaukasus, da hatten alle Angst vor den Deutschen. Und das zu vollem Recht! Jetzt heisst es, Europas Ärmel aufzukrempeln, mit so viel deutscher Inspiration, wie es der Sache gebührt und es Partnern (es müssen nicht immer alle sein) willkommen ist.

Auf diesen Denklinien wurde  das neue Europa geboren – in Paris, aber auch in Thomas de Maizières Geburtsstadt Bonn. Was man in Berlin (wo ich zur Schule ging) nie vergessen darf.`

Posted in Berlin-Paris: Europas Motor, Bohle fragt, Europa: unsere Zukunft, Tacheles.


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