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Europas Anti-Krisen-Geschütz schafft es

Die Euro-Miesmacher können einpacken

Sieben von 10 jungen Leuten in Deutschland sehen zuversichtlich in die Zukunft. Das belegtn die „Ausbildungsstudie 2013“. In den  grössten Volkswirtschaften der Erde (G7) erwartet die  OECD 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum für den Rest dieses Jahres, zitiert die „Financial Times“ (9.9.) den Pariser  Verband der 30 Marktwirtschaften der westlichen Welt:“Die Märkte platzen vor Vertrauen.“ Der grösste Sprung nach vorn sei das seit der 2008 von den „Finanzmärkten“ ausgelösten Welt- und nicht etwa „Euro“krise. Das alles kontrastiert arg zu den Verkündigungen der politischen Miesmacher.  Mit der grössten Kaufoffensive seit 1977 wollen Amerikas Grossinvestoren – an der Spitze Pensionsfonds – ihr Geld wieder in Europa anlegen: 65 Mrd. US-Dollar planen sie umgehend an den europäischen Börsen zu investieren – das sind immerhin noch knapp 50 Mrd. Euro. Denen, die
z.B. Deutschlands Wählern den Euro madig machen, bleibt die Luft nun weg. (Siehe auch EURACTIV.de, 9.9.).

Kölns „Institut der deutschen Wirtschaft“ (IW) nimmt dazu kein Blatt vor den Mund (IW-Nachrichten,
9.9.). Vor genau einem Jahr „wagten“ die EU-Währungshüter der „Europäischen Zentralbank“ (EZB/Frankfurt-Main) Atemberaubendes gegen die so genannte Eurokrise. Sie beschlossen, den sogar unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen hochverschuldeter Euro-Länder. Das „Zeter und Mordio“ von Finanzblättern und
Expertenbrigaden tönte daraufhin„martialisch“ gegen diesen grossen Wurf. Sie redeten von gewaltigen Inflationsgefahren, „Milliardenkosten“ würden nun angeblich auf Deutschland zurollen…

Der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann fiel dem EZB-Präsidenten Mario Draghi und den
übrigen 22 Mitgliedern  des EZB-Rats in den Rücken. Er lehnte das Programm ab. Als Einziger der 23 kapierte er nicht, dass man gegenüber „nervösen, immer wieder  verrückt spielenden“ Finanzmärkten (IW-Nachrichten) mit dem ganz grossen Kaliber antreten muss. Jedenfalls solange, wie die Volkswirtschaften der westlichen Welt diesen Kräften allzu schutzlos ausgeliefert sind.

Die EZB-Botschaft – „Ihr kriegt den Euro durch Spekulation nicht kaputt“ – sieht das IW erfüllt. Immerhin ist es die publizistische und wirtschaftswissenschaftliche Vertretung der deutschen Gesamtwirtschaft. „Bisher erfolgreich“ habe das „Anti-Krisen-Geschütz“ der EZB gewirkt: Ohne den Einsatz der Druckerpresse. Alle
Prognosen sagen Geldwertstabilität bis 2018 voraus (weiter reichen keine seriösen Prognostikerkünste). Das Inflationsgerede löst sich in Nichts auf, es repräsentiere also  die „grobe Irreführung“.

Ohne massive Finanzmarktregulierungen geht es nicht

Dennoch warnt EZB-Chef Draghi vor „exzessiver Begeisterung“. Nur Zeit sei zum Kampf um
Geldwert und Euro-Stabilität gewonnen. Der ganze Krieg also noch nicht. Tatsächlich hat die Willkür der Finanzmärkte, denen eine unverantwortbare Leichtfertigkeit  angelsächsischer Politik regelrechte Narrenfreiheit gewährt – längst die ganze Welt befallen. In einer Art des modernen Feudalismus: Statt Adel und Geistlichkeit beherrschen heute Banken und andere „Kapitalsammelstellen“ das politische Geschehen.

Ihre Lobbies lassen nichts unversucht, die  Politik an drakonischen Korrekturen  dieses für alle Völker ruinösen Missstandes zu hindern. Da heisst es anzupacken – um den Euro zu sichern. Ihn abzuschaffen, kann nur den Fusskranken des in Europas Kriegen verdorrten Nationalismus einfallen.

Posted in Allgemein, Europa: unsere Zukunft, Stabilität heisst "Sozialer" Markt, Tacheles.


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