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Baut Kerneuropa bis 2015!

Helmut Schmidt zeigt im CICERO die Richtung auf

Im Monats-Magazin CICERO (7/10) ist ein Interview mit Helmut Schmidt nachlesbar, das sich ausführlich u.a. mit der künftigen Politik europäischer Einigung beschäftigt. Europa ist in der Krise, “viel ist schief gelaufen”, meint der Bundeskanzler von 1974 bis 1982, der 1978 in Bremen mit Frankreichs Präsidenten Giscard d`Estaing den Aufbruch in eine Währungsunion durchsetzte – mit dem Europäischen Währungssystem EWS. Denn Helmut Schmidt, der sich im Bundestag 1957 beim Votum über die Europa-Einigungsverträge von Rom der Stimme enthielt (weil England im Klub fehlte), ist ein inzwischen längst geheilter und also vertrauenswerter Befürworter des vereinten – und starken – Europa. Er ruft nach dem Kerneuropa – als Magnetfeld und Zündung der EU-Mini-UNO mit bald über 30 Staaten. Gerade auch im deutschen Interesse: “Eine Menge” unserer Landsleute habe die Chancen des vereinten Europa immerhin begriffen.

Kerneuropa geht nur mit Frankreich und ohne Britannien, wo spätimperialer Geltungsdrang die Geltungssucht normaler Politiker (die Schmidt im Interview geisselt)  noch übertrifft. Ohne England den europäischen “Kern” schmieden, gruppiert um Deutschland und Frankreich. Das ist nun fällig.

Schmidts – sehr – kluge Überlegung: Dazu braucht es keinen vertraglichen Unterbau. Er würde nur alle halbwachen Europafeinde in London wie Washington und sonstwo wecken. Nicht zu reden vom innereuropäischen Stimmengewirr, das damit (eher ergebnislos) ausgelöst würde.

Es reicht, wenn eine (um Berlin/Paris gebildete) Gruppe von Staaten und Völkern innerhalb der EU – diese Union als Schicksalsverband begreift, nicht als Krämerkartell. Da wird dann in allen lebenswichtigen Feldern ein Kooperationsziegel auf den anderen plaziert. Möglichst fest vermörtelt und ohne dauernd davon zu reden – “gebaut” muss nun werden! Immer mehr eingespielte Kooperationen von 4-5-6-7-8 unter den  bald 30 EU-Ländern.

Polen MUSS dabei sein, weil ein Kernauftrag die zukunftsweisende Integration des EU/Kern-Europa mit dem neuen Russland sein wird. Was Polen da ablehnt, hätte in Europa keine Mehrheit. Ohne Russland gibt es aber kein starkes, einflussreiches, von Rohstoffimporten dann nur noch bedingt abhängiges Europa. Das Trio Paris-Berlin-Warschau muss diesen Teil des künftigen Kerneuropa prägen – dem Jahr 2040 zugewandt, nicht den historischen Katastrophen polnischer Teilungen.

Gebot der Stunde ist das alles aber nicht erst in 15 oder 20 Jahren, wie Helmut Schmidt meint, sondern bis 2015. (Mein Kommentar zum Schmidt-Interwiev mit den Vorstehenden ähnlichen Überlegungen erschien am 2.8. in CICERO-Online).

Posted in Berlin-Paris: Europas Motor, Tacheles.


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